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Projektbeschreibung Humboldt-Universität

Kunde:     Humboldt Universität zu Berlin    
Projekt:    Portal zum Management digitaler Medien
Zeitraum: 01.09.2002 – 31.12.2004
Partner:    Zweitwerk Hersteller des Produktes jadis.net

Leistungen:   

  • Feinkonzept    
  • Realisierung der Arbeitspakete         
  • Lizenzen+ Installation jadis.net   

Dieses Projekt wird anhand des Auszugs eines Presseartikels kurz beschrieben, den der Projektleiter der Humboldt-Universität zu Berlin, Herr Andreas Vollmer, veröffentlicht hat:

Das Medienportal der Humboldt-Universität ist ein neuartiges, universitätsweit nutzbares Instrument, um multimediale Objekte per Web-Browser abzulegen und für die Zwecke von Forschung und Lehre zusammenzustellen. Das Medienportal bietet sowohl die Möglichkeit einer flexiblen temporären Speicherung für die tägliche Arbeit als auch die langfristig gesicherte Speicherung mit allen Ansprüchen einer digitalen Bibliothek. Ein differenziertes Rechtemanagement für Objekte wie Nutzer erlaubt die fallspezifische Freigabe in verschiedensten Anwendungsszenarien. Das Medienportal schlägt dabei eine Brücke zwischen herkömmlichen Archivierungs- und Lernmanagementsystemen.

Ablegen – wiederfinden – zusammenarbeiten

Wissenschaftliches Arbeiten produziert unablässig digitale Objekte: Texte, Bilder, Datenreihen, Videos, Animationen usw. Wohin damit? Wie wiederfinden? Ortsungebunden arbeiten? Gemeinsam arbeiten? Täglich werden in einer Universität Informationen und Materialien erfasst und aufbereitet, die zu einem großen Teil binnen kurzer Zeit wieder in unbekannten Tiefen von Festplatten, CD-ROMs oder Fileservern versinken. Sowohl die Flut von schwach organisierten Dateien als auch die elektronische Amnesie bilden ein zunehmendes Problem.
Mit dem Medienportal können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Humboldt-Universität jedoch das Potential digitaler Objekte in Hinblick auf Verfügbarkeit und Zu¬sammenarbeit in einer gesicherten Umgebung effektiv ausschöpfen.

Variable Möglichkeiten – wechselnde Kombinationen

Eine der innovativen Eigenschaften des Medienportals ist die lokale Administration von Objekt- und Nutzerrechten: Sie erlaubt die absolut flexible Handhabung von Nutzungsszenarien. Objekte der täglichen Arbeit können auf den Server geladen und für Vorträge oder in Lehrveranstaltungen individuell weiterverwendet werden; ebenso können die Objekte auch zur Vor- oder Nachbereitung zugänglich gemacht werden, zur Betrachtung „vor Ort“ auf dem Server, zum Download oder auch zur Bearbeitung oder Ergänzung. Die meisten Objekte des Medienportals werden visuell über Voransichten wiedergegeben, was die Arbeit mit den Dateien sehr komfortabel macht.

Eigene Bestände können im Rahmen von Forschung und Lehre zu Sammlungen heranreifen oder gezielt in Arbeitsgruppen ausgebaut werden. Institutssammlungen von Materialien können gemeinsam verwaltet und individuell in Lehrveranstaltungen eingebunden werden; dabei können problemlos verschiedene Medientypen (Text, Bild, Audio, Video) gemeinsam abgelegt und kommentiert werden. Kleine Sammlungen können ebenso wie große, archivarisch betreute Bestände ganz oder in Teilen, offen oder auf bestimmte Nutzergruppen eingeschränkt, freigegeben werden, womit sich alle Möglichkeiten einer lokalen oder standortübergreifenden – auch internationalen – Zusammenarbeit ergeben: Das Metadatenformat ist multilingual, die Oberfläche zweisprachig ausgelegt. Ein aktueller Webbrowser ist für die Arbeit ausreichend, wodurch das Medienportal prinzipiell von jedem Rechner mit Internetzugang aus einsetzbar ist.

Lokale Administration – verteiltes Arbeiten

Zentrale Metapher des Medienportals ist ein Systematikbaum, der nach Fakultäten, Instituten, Einrichtungen usw. organisatorisch-hierarchisch aufgebaut ist. Wer das Medienportal nutzen und digitale Objekte einstellen möchte, erhält von der Zentraladministration einen eigenen Arbeitsbereich, der dann eigenverantwortlich lokal administriert werden kann: Die Ressortleiter/innen (oder von ihnen mit entsprechenden Rechten ausgestattete Mitarbeiter/innen) haben die Möglichkeit, die Systematik für den eigenen Arbeitsbereich fachbezogen fortzuschreiben. Die Standardfelder für die Erfassung von Metadaten können je nach Erfordernis flexibel um spezifische Felder ergänzt werden. Ansichts- und Zugriffsrechte lassen sich für jedes Objekt differenziert regeln – bei Bedarf lässt sich jedes einzelne Objekt vollständig sperren.

Ressortleiter/innen können selbst Gruppen mit spezifischen Rechten einrichten und damit etwa Teilnehmer/innen einer lokalen Lehrveranstaltung oder Kolleginnen und Kollegen weltweit gezielt freischalten. Darüber hinaus können die Administrations- oder Schreibrechte ganz oder teilweise an Mitarbeiter/innen im eigenen Bereich weitergegeben werden. Die Nutzer/innen können beliebig viele Bereiche mit jeweils eigenen Rechten und Rollen zugeordnet bekommen und problemlos zwischen ihnen wechseln.

Die Ressortleiter/innen können ihre Objekte aus dem temporären, täglichen Arbeitsbereich in den permanenten Archivbereich des Medienportals verschieben, der alle Merkmale des Dokumentenservers umfasst (u.a. gesicherte Adresse, Versionierung, Zitierfähigkeit). Mit diesem Dienst eröffnet sich eine neuartige attraktive Publikationsmöglichkeit von einzelnen digitalen Objekten bis hin zu medialen Sammlungen. Von „open access“ bis zu vollständig abgeschlossenen Bereichen lassen sich alle Abstufungen in Eigenregie realisieren.

Arbeitsplatz und Archiv – auf dem Weg zur digitalen Bibliothek

Vom Arbeiten ad hoc bis zur gesicherten elektronischen Publikation bietet das Medienportal einen fließenden Übergang ohne Systembruch, denn über die Implementation zahlreicher international gültiger offener Standards und Schnittstellen (OAI, OpenURL, XML/XSLT, DC- und IPTC-orientierte Metadaten, LOM) ist es auf Netzwerkfähigkeit und Integration mit anderen Servern, mit Webseiten (der Institute oder Projekte etwa) oder Lernmanagementsystemen (z.B. dem vom MLZ angebotenen Moodle) ausgelegt. Davon profitieren die freigegebenen Objekte, deren Metadaten auf Anforderung ausgeliefert und in anderen Systemen nachgewiesen werden können. Das Medienportal, der Dokumenten- und Publikationsserver und die digitalen Angebote der Universitätsbibliothek formieren so perspektivisch eine digitale Bibliothek, die wiederum mit anderen Systemen vernetzbar ist. Technisch betrachtet fungiert das Medienportal als Verteiler auf verschiedene spezialisierte Server wie auch das SAN (Storage Area Network), ohne dass sich die Nutzer darum kümmern müssen. Die Basistechnologie des Medienportals ist in der Medienbranche erprobt und wird von Mitarbeitern des Computer- und Medienservice und der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität gemeinsam mit den Firmen NIONEX und Zweitwerk gemäß den spezifischen Bedürfnissen von Forschung und Lehre im Hochschulbereich modifiziert und in mehreren Schritten weiterentwickelt. Wenn Sie sich als Nutzer für das Medienportal der Humboldt-Universität interessieren, steht Ihnen das Multimedia Lehr- und Lernzentrum gerne zur Verfügung. Willkommen im „medienportal.hu-berlin.de“! (Quelle: cms-journal Nr. 25 vom 11.05.2004; Das Medienportal der Humboldt-Universität – Arbeitsplatz und Archiv für Forschung und Lehre; Andreas Vollmer, Olaf Kriseleit, Sabine Helmers)Für dieses Projekt fungierte NIONEX gegenüber dem Kunden Humboldt-Universität zu Berlin als Generalunternehmer.Neben der Erstellung eines technischen Feinkonzeptes in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin, wurde die Implementierung und die Erweiterung der zugrunde liegenden Basissoftware (Produkt jadis.net, Hersteller Zweitwerk) gemäß den spezifischen Anforderungen umgesetzt und in die bestehende IT-Landschaft integriert.

Auszug aus den Lösungsmodulen:

Für das Projekt bei der Humboldt-Universität zu Berlin wurden u.a. folgende Erweiterungen auf Basis der jadis.net Enterprise Version vorgenommen:

User und Rechte:
Im Unterschied zur Standardversion von jadis.net kann jeder Ressort-Inhaber (im Sinne eines Mandanten) die ihm vom Super-Administrator zugebilligten Administrationsrechte ausüben, z. B.: Anlegen von Benutzern und Gruppen, Festlegungen von Voreinstellungen wie Sprachen für die Erfassung von Metadaten, Inhalte des hierarchischen Kataloges (Systematik), Zugriffsrechte auf einzelne Objekte, Anlegen von ressortspezifischen Metadatenfeldern etc.
Metadaten & Suche:
Anlegen von Metadaten in mehreren Sprachen als Subset von Dublin Core, Learning Objects, Personen-Datenbank mit Rollen, flexible Suche im Ressort über spezifische Metadatenfelder.
Publikationsmappen:
Mappen sammeln vom Benutzer ausgewählte Medienobjekte und sind die Grundlage von Publikationen. In dem zugehörigen Modul werden die Mappen hierarchisch organisiert, zu Quasi-HTML-Seiten zusammengefasst und detailliert beschrieben. Publikationen können unter einer vom System generierten URL öffentlich (mit oder ohne Passwortschutz) Studenten oder Kollegen verfügbar gemacht werden.
Publikationslisten:
Listeneditor für die Erstellung von Listenformularen (Literaturlisten, Themenlisten, Projektlisten). Listenfelder können Texte, ein Datum oder Referenzen auf Mappen enthalten und in Publikationen eingebunden werden.